Lungenkrebs

Lungenkrebs

Wenn Du denkst, Du hast Ruhe, holt Dich die Wirklichkeit ein. In den letzten Jahren dachte ich, der Krebs in mir oder um mich herum sei verbannt. Nun muss ich der Wirklichkeit wieder einmal ins Auge sehen.

Diagnose Lungenkrebs

Ich habe meinen Schwager im Krankenhaus besucht. Zuvor wurde er mit der Diagnose Lungenentzündung behandelt. Als die Behandlung mit Antibiotiker nicht anschlug bekam er eine Überweisung ins Krankenhaus. Die gesamte Woche hatte er die verschiedensten Untersuchungen.

Gewebsproben wurden zur Untersuchung ins Labor geschickt. Zu diesem Zeitpunkt gab es zwei mögliche Diagnosen: Im positiven Fall ein Abzess, im negativen Fall Lungenkrebs. Fünf Tage hatte es gedauert bis er die Diagnose bekam: Bronchialkarzinom.

Als ich davon erfuhr, verschlug es mir den Atem. Ich wollte es zuerst nicht glauben, wollte es beiseite schieben. Die Gedanken, die in einem vor sich gehen, können oftmals nur die Menschen nachvollziehen, die selber einmal mit dem Thema Krebs betroffen waren, nachvollziehen.

Behandlungsmöglichkeiten

Ihm wurden zunächst drei Alternativen vorgetragen:

  • Man tut gar nichts – Lebenserwartung aktuell ein Jahr
  • Chemotherapie – Lebenserwartung aktuell drei Jahre
  • Entfernung des befallenen Lungenflügels – Lebenserwartung offen

Um eine Entscheidung seinerseits, wie weiter behandelt werden sollte, gab man ihm drei Tage Bedenkzeit.

Ich glaube jeder würde die Behandlung auswählen, mit der man die längste Lebenserwartung hätte. Leider kam es bereits vor seiner Entscheidung anders als erwartet:

Der nicht befallene Lungenflügel ist durch sein Zigaretten rauchen bereits so weit geschädigt, dass nun Untersuchungen stattfinden müssen, ob dieser die gesamte Lungentätigkeit übernehmen kann.

Der Befund sei noch abzuwarten.

Die Vergangenheit holt mich ein

Obwohl ich versucht habe die Vergangenheit  zu verdrängen, hat sie mich eingeholt. Ich erinnere mich daran zurück, als ich 2002 meine Krebsdiagnose erhielt: Mehrere Keimzellentumore freischwimmend im Bauchraum, später zusätzlich Hodenkrebs.

Auf meine Frage, was die Diagnose bedeuten würde, erhielt ich die Antwort: „Es gibt zwei Möglichkeiten. Wir schaffen das und sie werden alt, oder wir schaffen es nicht und sie überleben die nächsten Wochen nicht mehr. Ich solle mich vorsorglich um meine Papiere kümmern.“

Seit dieser Diagnose freundete ich mich mit dem Tod an. Ich glaube, er wurde zu meinem Begleiter. Einige Menschen, die ich ins Herz geschlossen hatte, gingen bereits von mir. Immer wieder erkenne ich, wie klein doch die Sanduhr jedes Einzelnen von uns ist.

Durch den Krebs verlor ich meine Eltern und mehrere Freunde. Nun scheint es so, als würde der Tod vor der Tür stehen und anklopfen.

Es sei abzuwarten, ob und was die Untersuchungen bei meinem Schwager bringen. Für ihn hoffe ich, dass auch er es schafft, dem Tod zumindest für eine gewisse Zeit von der Schippe zu springen. Meine Gedanken sind bei ihm.


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