Landei

Nach einem Jahr Pause habe ich mich wieder in die Großstadt gewagt. Hier, wo Hase und Fuchs sich „Gute Nacht“ sagen, könnte man das Gefühl bekommen als Großstädter zu vereinsamen.
Dadurch, dass ich nun länger nicht mehr in Hannover war, plante ich eine Wochenendtour um die Menschen, die mir nahe stehen, zu besuchen.
Mein Weg führte mich zunächst zu meiner Schwester. Auch sie lebt auf dem Lande. Wir hatten uns wunderbar unterhalten, gelacht… und uns bezüglich des Wiedersehens mehr wie gefreut.
Von dort ging es zu meiner Tochter. Mit ihr und meinem Freund Schmidti, gingen wir Pizza essen im Biergarten. Dort wurde ich an diesem Wochenende mit der ersten größeren Menschenmasse konfrontiert. Da war es noch recht lustig. Jeder der sehen oder gesehen werden möchte, war wohl in dieser Lokalität. Sicherlich hat das Wetter seinen Teil dazu beigetragen.
Am Abend konnte ich es mir nicht nehmen, dem Stadtteil Hannover Linden einen Besuch abzustatten. Aus der Erinnerung war ich dort immer gerne. Gemütlich sitzen bei einem Kaffee, klönen und den Abend genießen.
Doch weit gefehlt. Jeder Pfandsammler hätte an diesem Abend das Gefühl einen „Sechser im Lotto“ zu haben. Laut grölende, Bier trinkende Jugendliche, die der Meinung waren, lautstark die Fußgängerzone zu besetzen. Junge Frauen mit Weinflaschen am Mund und Kerle, die nichts besseres zu tun haben, als herum zu pöbeln.
Das war nicht mehr mein Hannover, das ich einmal so sehr in mein Herz geschlossen hatte.
Ein letzter Versuch am Sonntag. Schon mittags das gleiche Bild. Nur die Sonne löste zwischenzeitlich den Mond der Nacht a. Nein, so wollte ich den Sonntag nicht mehr genießen. Ich setzte mich wieder ins Auto und begann meinen Weg zurück nach „Hause“.
Dort angekommen, setzte ich mich mit einem Kaffee auf die Terrasse. Stille um mich herum. Lediglich, die Vögel um mich herum nahm ich noch wahr. Ein Genuss.
Ich bin wohl doch zum Landei mutiert.


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