Krebs

tod_schmetterling

Krebs

Krebs

Lange Zeit habe ich nichts mehr von Euch gehört, nichts mehr gesehen, nichts mehr gelesen. Nun seid Ihr da und in meiner Nähe, seid Gegenwart und nicht Vergangenheit. Ich glaube es gibt keine Zeit, in der ich nicht an Dich gedacht habe, versuchte Dich immer wieder zu verdrängen, zu vergessen.

Zwischendurch hast Du meine Eltern besucht… und das, wo ich Dir sagte, Du sollst Ruhe geben, sollst gehen, sollst nicht in meine Nähe kommen. Doch Du hast nur gelacht und warst viel zu schnell und wieder da.

Krebs und Tod… so nahe beieinander. Ich dachte, es gäbe Ruhe und Frieden, nachdem Ihr mich besucht hattet. Ruhe? Immer wieder war einer von Euch zugegen. Manches Mal glaubte ich, Ihr spielt ein Spiel. Sieg, Platz und Sieg. Wer gewinnt?

Stark sein, kämpfen.

Mein Vater war nicht stark genug. Nach Außen hin ein Preuße, doch innen so verletzlich. Geholt habt Ihr ihn schon vor Wochen. Ruhe? Nein, Ihr gebt keine Ruhe. Mutter ist stark…. Stärker?

Unerlaubt und zum sechsten Male bist Du nun bei Ihr. Und keiner wird Gewinner sein. Zu stark ist ihre Kraft, zu stark ihr Wille – das dachte ich bis hin zum Schluß. Und was tust Du? Du kommst zu mir. Auf leisen Sohlen bist Du wieder da. Unerwünscht und eingekehrt. Noch stärker ist die Kraft, noch stärker ist Dein Drang…..

Krebs ist stark und siegt, bin traurig sowieso.

Nun lebe ich jeden einzelnen Tag noch bewußter, noch intensiver. Und noch mehr ist die verbliebene Familie zusammen gewachsen. Nur zusammen ist man stark. Stark genug um Dir in Zukunft stolz zu trotzen, Dir den Weg zur Tür zu weisen.

Zu viel Schmerzen sind geblieben, als dass ich Dich jemals wiedersehen möchte. Nicht bei mir und nicht bei allen anderen. Du bist weder jetzt noch irgendwann erwünscht in meinem Herzen. Zu tief die Wunden, die Du hinterläßt.

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