Krebs

Lange Zeit habe ich nichts mehr von Euch gehört, nichts mehr gelesen.
Nun seid Ihr da und in meiner Nähe. Ich glaube es gibt keine Zeit, in der ich nicht an Euch gedacht habe.
Zwischendurch habt Ihr meine Eltern besucht… und das, wo ich Euch sagte, Ihr sollt Ruhe geben, sollt gehen, sollt nicht in meine Nähe kommen.
Krebs und Tod… so nahe beieinander.
Ich dachte, es gäbe Ruhe und Frieden, nachdem Ihr mich beide besucht hattet. Ruhe? Immer wieder war einer von Euch zugegen.
Manches Mal glaubte ich, Ihr spielt ein Spiel. Sieg, Platz und Sieg. Wer gewinnt? Stark sein, kämpfen.
Mein Vater war nicht stark genug. Nach Außen hin ein Preuße, doch innen so verletzlich. Geholt habt Ihr ihn schon vor Wochen.
Ruhe? Nein, Ihr gebt keine Ruhe. Mutter ist stark…. Stärker?
Unerlaubt und zum sechsten Male seid Ihr nun bei Ihr. Und keiner von Euch wird Gewinner sein. Zu stark ist ihre Kraft, zu stark ihr Wille.
Und was tut Ihr? Ihr kommt zu mir. Auf leisen Sohlen seid Ihr wieder da. Unerwünscht und eingekehrt. Noch stärker ist Eure Kraft, noch stärker Euer Drang…..
Und doch lebe ich jeden einzelnen Tag noch bewußter, noch intensiver. Und noch mehr ist die verbliebene Familie zusammen gewachsen. Nur zusammen ist man stark.

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Der Krebs hat gesiegt

Heute hier, morgen dort….. so begann ein Lied von Hannes Wader.

Ihr seid gekommen. So, als ob Ihr zu Besuch da seid. Und nun auf leisen Sohlen seid Ihr wieder fort. Zu stark seid Ihr gewesen.

Vorgestern war der Tag, an dem Ihr Euch fortgeschlichen habt. Mitgenommen all das Leben, das noch in diesem Hause war.

Noch vor Wochen dachte ich, Ihr seid nicht stark genug und merkte nicht, wie wir hintergangen wurden. Eingeschlichen hinterrücks seid Ihr und habt gewütet. Krebs war da und Tod war da. Ihr Leiden hat ein Ende. Zu laut war Eure Feier.

Hinterlassen viele Fragen ohne Antworten. Hinterlassen eine Leere

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Anderswelten

Blick voran. Vorbereitungen treffen für den Weg in Anderswelten. Anderswelten? Es ist der Weg zum Nordstern, zu allen anderen Sternen und ein Weg in unbekannte Galaxien.
Der alte Mann zum Boden gebeugt kann aufrecht stehen, kann sehen, kann fliegen, doch die Last zu groß, die getragen werden muss. Welten zwischen hier und dort. Welten einer Ewigkeit.
Noch ist Zeit, Quelle fließt und Fluss entsteht. Luftschlösser werden größer und werden real. Am Abgrund stehend, Gedanken verloren. Aufrecht stehen, sehend, wie ein Schmetterling sich nähert. Des Lebens Sinn der Weg.
Tauche ein in diesen Traum der Stille, den Weg erreichend hin zum Fluss. Antworten finden, immer den Blick zum Wasser. Er fließt hindurch das Tal der Traurigkeit am See vorbei der ungeweinten Tränen.

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